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Was PRP Augenringe verbessern kann und was nicht

Autorenbild: Prof. Dr. Mohamed Omar
Prof. Dr. Mohamed Omar
17. Sept.
8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Es gibt Menschen, die ausgeschlafen aufwachen und trotzdem müde aussehen. Der Bereich unter den Augen wirkt dunkel, eingesunken oder bläulich verschattet, und daran ändert auch eine ruhige Woche nichts. Wer in dieser Lage nach einer medizinischen Lösung sucht, stößt früher oder später auf die Eigenbluttherapie und auf die Frage, ob PRP Augenringe tatsächlich verbessern kann.

Die Antwort darauf ist weder ein klares Ja noch ein klares Nein. Sie hängt davon ab, wodurch die Verschattung bei Ihnen überhaupt entsteht. Augenringe sind kein einheitliches Phänomen, sondern ein optischer Eindruck, hinter dem vier deutlich unterscheidbare anatomische Ursachen stehen können — und die Eigenbluttherapie erreicht davon genau eine.

Dieser Beitrag ordnet die Ursachen so weit, wie es für diese eine Entscheidung nötig ist. Danach beschreibt er, wo PRP im Unterlidbereich ansetzt, wie deutlich das Ergebnis ausfällt, wie viele Sitzungen dafür nötig sind und was an Nebenwirkungen realistisch einzuplanen ist. Er benennt auch die Fälle, in denen ein anderes Verfahren die sinnvollere Wahl ist — oder gar keines.

Vier Ursachen für Augenringe und welche davon eine Eigenbluttherapie erreicht

Vor jeder Behandlung steht die Zuordnung. Was von außen gleich aussieht — ein dunkler Bereich unter dem Auge — hat vier verschiedene Entstehungswege, die sich bei guter Beleuchtung und mit zwei einfachen Handgriffen meist sauber trennen lassen. Erst diese Zuordnung entscheidet darüber, ob PRP Augenringe überhaupt beeinflussen kann.

Die Pigmentierung ist eine bräunliche Verfärbung der Haut selbst. Sie entsteht durch vermehrtes Melanin in der Oberhaut, ist häufig anlagebedingt und bei dunkleren Hauttypen deutlich verbreiteter. Verstärkt wird sie durch Sonneneinstrahlung, durch häufiges Reiben der Augen und durch abgeheilte Entzündungen, etwa nach einem Ekzem am Lid. Wenn Sie die Haut vorsichtig spannen, bleibt die Farbe erhalten.

Die Gefäßzeichnung wirkt bläulich bis violett und entsteht nicht in der Haut, sondern darunter. Die Unterlidhaut ist die dünnste des ganzen Körpers, und wo sie besonders zart ist, scheint das darunter liegende Venengeflecht hindurch. Beim Spannen der Haut wird dieser Farbton heller, bei Schlafmangel, Flüssigkeitsmangel und im Winter kräftiger.

Der Schattenwurf durch die Tränenrinne ist gar keine Verfärbung, sondern ein Lichtphänomen. Zwischen Unterlid und Wange verläuft eine Rinne, die mit den Jahren tiefer wird, weil Weichteil- und Knochenvolumen abnehmen. Licht von oben wirft in diese Vertiefung einen Schatten — verändern Sie die Lichtrichtung, verändert sich die Verschattung mit.

Die Schwellung schließlich hat zwei Formen: eingelagerte Flüssigkeit, die morgens am stärksten und abends geringer ist, und vorgelagerte Fettpolster, die als konstante Vorwölbung sichtbar bleiben und selbst einen Schatten unter sich erzeugen. Beide sind ein Volumen- und kein Hautproblem.

In der Praxis liegen häufig zwei dieser Ursachen gleichzeitig vor, was die Selbsteinschätzung im Spiegel erschwert und die Frage, ob PRP Augenringe im Einzelfall abschwächen kann, ohne Untersuchung unbeantwortbar macht. Wenn Sie die Unterscheidung mit allen Zwischenformen und Untersuchungsschritten nachlesen möchten, finden Sie sie ausführlich in unserem Beitrag Augenringe: Ursachen unterscheiden.

Wie PRP Augenringe beeinflusst und was dabei im Gewebe passiert

PRP steht für plättchenreiches Plasma. Ihnen wird eine kleine Menge Blut abgenommen, die in einer Zentrifuge in ihre Bestandteile getrennt wird. Verwendet wird anschließend der Plasmaanteil, in dem die Blutplättchen konzentriert vorliegen; er wird in feinen Portionen in die Haut eingebracht. Was dahintersteckt und welche Anwendungsgebiete sinnvoll sind, beschreibt unser Grundlagenbeitrag zur PRP-Behandlung mit Eigenblut.

Blutplättchen enthalten Wachstumsfaktoren, die im Körper normalerweise Reparaturvorgänge anstoßen. In die Haut eingebracht, setzen sie dort einen Reiz, auf den die Bindegewebszellen mit vermehrter Kollagen- und Elastinbildung reagieren. Dieser Umbau ist langsam: Er beginnt nach Tagen, läuft über Wochen und ist in seinem Ergebnis erst nach Monaten zu beurteilen.

Am Unterlid zielt das auf eine einzige Eigenschaft, nämlich auf die Dicke und Dichte der Haut. Wird die dünne Unterlidhaut über Monate etwas kräftiger und weniger transparent, deckt sie das darunterliegende Venengeflecht besser ab. Die bläulich-violette Zeichnung wird dadurch schwächer — das ist der Weg, über den PRP Augenringe überhaupt verändert.

Damit ist auch gesagt, was hier nicht geschieht. PRP füllt kein Volumen auf, hebt keine Vertiefung an und hellt kein Pigment auf. Es ist kein Filler, keine aufhellende Behandlung und kein Ersatz für einen chirurgischen Eingriff. Was es beeinflusst, ist die Beschaffenheit der Haut — nicht die Anatomie darunter.

Wann PRP Augenringe verbessern kann und wann ein anderes Verfahren gefragt ist

Sinnvoll ist der Ansatz dort, wo die Verschattung aus einer sehr dünnen, transparenten Unterlidhaut mit durchscheinender Gefäßzeichnung entsteht. Das betrifft häufig jüngere Menschen mit heller Haut, bei denen die Verschattung seit jeher vorhanden ist und sich mit Schlaf oder Pflege nie wesentlich verändert hat. Die möglichen Anwendungen im Augenbereich beschreibt unsere Seite zur PRP-Behandlung am Auge.

Entsteht die Verschattung dagegen durch einen echten Volumenverlust in der Tränenrinne, hilft eine Hautverbesserung nicht weiter. Ein Schatten verschwindet nicht dadurch, dass die Haut etwas dichter wird — er verschwindet, wenn die Vertiefung ausgeglichen wird. Dafür ist ein Hyaluronsäure-Filler das Mittel der Wahl, allerdings eine technisch besonders anspruchsvolle Anwendung, wie wir auf der Seite zu Augenringen und Tränenrinne näher erläutern.

Bei der Pigmentierung liegt die Sache eindeutig: Weil die Ursache in der Oberhaut liegt und nicht in ihrer Dicke, ist eine Eigenbluttherapie hier nicht die passende Antwort. Hier gehören konsequenter Lichtschutz, geeignete topische Wirkstoffe und die Abklärung auslösender Faktoren an den Anfang — und bei ausgeprägten Befunden eine dermatologische Beurteilung.

Vorgelagerte Fettpolster schließlich lassen sich mit keiner Injektion beseitigen. Sie sind eine Vorwölbung der Fettkörper der Augenhöhle und werden ausschließlich chirurgisch angegangen. Diesen Eingriff bieten wir nicht an; wir sagen das im Gespräch offen und verweisen weiter, statt eine minimalinvasive Behandlung anzubieten, die daran nichts ändert.

Was sich über Wirksamkeit und Erfahrungen sagen lässt

Die wissenschaftliche Datenlage zum Unterlidbereich ist begrenzt. Es gibt Untersuchungen mit kleinen Teilnehmerzahlen, aber keine breite, einheitliche Evidenz, und die verwendeten Protokolle unterscheiden sich erheblich: Aufbereitungssystem, Zentrifugationsverfahren, Plättchenkonzentration, injizierte Menge und Abstände zwischen den Sitzungen sind nicht standardisiert. Ergebnisse aus verschiedenen Quellen sind deshalb nur eingeschränkt vergleichbar.

Was sich aus der klinischen Anwendung sagen lässt: Wo die Indikation stimmt, ist eine Veränderung der Hautqualität beobachtbar, und sie ist subtil. Die Haut wirkt etwas ebenmäßiger und weniger durchscheinend, die bläuliche Zeichnung tritt zurück. Wer damit rechnet, dass PRP Augenringe zum Verschwinden bringt, rechnet mit etwas anderem, als das Verfahren leisten kann.

Die im Internet auffindbaren Berichte gehen genau deshalb weit auseinander. Ein großer Teil der Enttäuschung stammt nicht daher, dass die Methode nicht funktioniert hätte, sondern daher, dass sie bei der falschen Ursache eingesetzt wurde. Wenn jemand mit einer tiefen Tränenrinne behandelt wird, sagt das enttäuschende Ergebnis nichts über die Methode aus, sondern etwas über die Indikationsstellung. Ob PRP Augenringe verändert, entscheidet sich an dieser Zuordnung.

Beurteilen lässt sich das Ergebnis ohnehin schlecht im eigenen Badezimmerspiegel, weil dort jeden Tag ein anderes Licht steht und die Erinnerung an den Ausgangszustand ungenau ist. Eine standardisierte Fotodokumentation bei gleicher Beleuchtung und gleicher Kopfhaltung ist der einzig belastbare Vergleich — und sie gehört vor die erste Sitzung, nicht danach.

Ablauf, Anzahl der Sitzungen und wovon die Kosten abhängen

Der Termin selbst ist unspektakulär. Nach der Blutabnahme läuft die Zentrifuge einige Minuten, in dieser Zeit wirkt eine betäubende Creme auf der Haut. Anschließend wird das gewonnene Plasma mit sehr feinen Nadeln oberflächlich in mehreren kleinen Portionen in den Unterlidbereich eingebracht; der gesamte Termin dauert in der Regel weniger als eine Stunde.

Eine einzelne Sitzung ist hier nicht sinnvoll. Üblich ist eine Serie von etwa drei Behandlungen im Abstand von rund vier Wochen, weil der Gewebeumbau auf wiederholte Reize deutlich besser anspricht als auf einen einzelnen. Beurteilt wird das Ergebnis frühestens etwa drei Monate nach der letzten Sitzung, weil die Kollagenbildung bis dahin weiterläuft.

Wie lange es hält, lässt sich nicht auf einen Monat genau angeben. Der Effekt endet nicht an einem bestimmten Tag, sondern lässt allmählich nach, weil das neu gebildete Gewebe demselben Alterungsprozess unterliegt wie das übrige. In der Praxis wird eine Auffrischung meist nach etwa neun bis zwölf Monaten besprochen, und dieser Zeitraum schwankt individuell erheblich.

Die Frage nach den Kosten lässt sich sachlich beantworten, ohne eine Zahl zu nennen. Der Aufwand hängt an der Zahl der Sitzungen in der Serie, am verwendeten Aufbereitungssystem, an der benötigten Blut- und Plasmamenge sowie an der ärztlichen Zeit für Diagnostik, Injektion und Kontrolle. Rechnen sollten Sie deshalb nie mit einer einzelnen Sitzung, sondern immer mit der ganzen Serie; unsere aktuellen Angaben finden Sie in der Preisübersicht.

Der wichtigste Kostenfaktor steht allerdings vor dem ersten Termin: die richtige Zuordnung der Ursache. Eine einzelne Sitzung reicht nicht aus, um zu beurteilen, ob PRP Augenringe im eigenen Fall verändert — wer sie trotzdem als Versuch bucht, ohne die Ursache geklärt zu haben, zahlt im ungünstigen Fall für eine Serie, die an der Sache vorbeigeht.

Blutergüsse und was Sie um den Termin herum einplanen sollten

Der Unterlidbereich ist sehr gefäßreich und die Haut dort außergewöhnlich dünn. Blutergüsse sind hier nicht die Ausnahme, sondern häufig, und sie können mehrere Tage bis gut eine Woche sichtbar bleiben. Sie lassen sich mit Make-up meist abdecken, aber sie sind vorhanden, und wer davon überrascht wird, ärgert sich unnötig.

Dazu kommen für ein bis drei Tage eine leichte Schwellung, Rötung und kleine Quaddeln an den Einstichstellen. Kühlen hilft, Reiben nicht. Sport, Sauna, Solarium und Alkohol sollten Sie an den ersten Tagen weglassen, weil sie Schwellung und Einblutungen begünstigen.

Planen Sie den Termin deshalb bewusst: nicht in der Woche vor einer Hochzeit, einem wichtigen Fototermin, einer Präsentation oder einer Reise. Blutverdünnende Medikamente erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Einblutungen deutlich — sie gehören ins Vorgespräch, dürfen aber niemals eigenmächtig abgesetzt werden. Auch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel wirken in diese Richtung.

Seltener, aber möglich sind Infektionen an den Einstichstellen, eine länger anhaltende Schwellung, kleine tastbare Verhärtungen und Empfindlichkeit über mehrere Wochen. Bei zunehmenden Schmerzen, Fieber, starker einseitiger Schwellung oder Sehveränderungen sollten Sie sich unverzüglich melden, statt abzuwarten.

Wann wir davon abraten

Es gibt klare Gründe, die gegen eine Eigenbluttherapie sprechen. Dazu gehören Störungen der Blutgerinnung und der Blutplättchenfunktion, eine relevante Blutarmut, hämatologische Erkrankungen sowie eine laufende Krebserkrankung. Ebenfalls dagegen sprechen akute Infektionen im Behandlungsgebiet, ein aktiver Lippen- oder Gesichtsherpes, Entzündungen und Ekzeme am Augenlid, fieberhafte Infekte sowie Schwangerschaft und Stillzeit. Eine gerinnungshemmende Medikation und Autoimmunerkrankungen unter immunsuppressiver Therapie sind im Einzelfall zu prüfen.

Der zweite Grund zur Zurückhaltung hat nichts mit dem Körper zu tun, sondern mit der Erwartung. Wer erwartet, dass PRP Augenringe verschwinden lässt, dass das Ergebnis nach der ersten Sitzung erkennbar ist oder dass es sich um eine einmalige Behandlung handelt, wird auch bei sauberer Durchführung unzufrieden sein. Diese Erwartung vorher auszuräumen ist ehrlicher, als sie mit einer Behandlung zu bedienen.

Wir raten außerdem ab, wenn die Ursache nicht passt. Bei überwiegender Pigmentierung, bei einem deutlichen Schatten aus Volumenverlust und bei vorgelagerten Fettpolstern ist eine Serie am Unterlid aufgewendete Zeit und aufgewendetes Geld ohne belastbare Aussicht auf Veränderung. In diesen Fällen sagen wir das im Beratungsgespräch und schlagen den passenden Weg vor, auch wenn er aus unserer Praxis hinausführt.

Und schließlich raten wir zur Abklärung, bevor behandelt wird, wenn sich die Verschattung in kurzer Zeit verändert hat. Ausgeprägter Schlafmangel, Rauchen, ein Eisenmangel, eine Schilddrüsenerkrankung, eine Allergie mit ständigem Augenreiben oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung können den Befund erklären. Was daran korrigierbar ist, gehört zuerst korrigiert.

Fazit

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob die Methode wirkt, sondern woran Ihre Verschattung liegt. Ob PRP Augenringe verbessern kann, ist damit keine Frage über das Verfahren, sondern eine über die Ursache — und diese Frage wird vor dem ersten Termin beantwortet, nicht danach.

Bei einer sehr dünnen Unterlidhaut mit durchscheinender Gefäßzeichnung ist eine Serie ein nachvollziehbarer Weg, wenn Sie ein subtiles Ergebnis über Monate akzeptieren und Blutergüsse einplanen. Bei einem Schatten aus Volumenverlust ist ein Filler in der Tränenrinne die richtige Antwort, bei Pigment die konsequente Arbeit an der Oberhaut, bei vorgelagerten Fettpolstern ein chirurgischer Eingriff. Vier Ursachen, vier verschiedene Antworten — und nur eine davon heißt Eigenblut.

Welche davon bei Ihnen zutrifft, lässt sich am Bildschirm nicht klären. Dafür braucht es einen Blick auf das Unterlid bei geeignetem Licht, den Vergleich in verschiedenen Kopfhaltungen und eine ehrliche Einschätzung, wie viel Veränderung realistisch bleibt. Wenn Sie das in Ruhe besprechen möchten, erreichen Sie unsere Praxis in Hannover über das Kontaktformular.

Prof. Dr. Mohamed Omar, Chiq Aesthetics, Karmarschstraße 33–35, 30159 Hannover

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt kein ärztliches Beratungsgespräch. Ob eine Behandlung im Einzelfall geeignet ist, lässt sich nur nach persönlicher Untersuchung beurteilen.

Ist nicht die dünne Haut, sondern vorgewölbtes Fettgewebe die Ursache, kann PRP wenig ausrichten; was dann in Frage kommt, beschreibt der Beitrag Tränensäcke behandeln — was ohne OP geht und wann nur eine Operation hilft.

Neben Schatten und Verfärbungen fallen am Unterlid häufig feine Linien auf, die vor allem mit der Hautqualität zusammenhängen. Was diese Fältchen verursacht und was gegen sie hilft, beschreibt der Beitrag Falten unter den Augen: woher die feinen Linien kommen und was wirklich hilft.


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