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Faltige Hände: warum die Haut am Handrücken altert und was sich verbessern lässt

Autorenbild: Prof. Dr. Mohamed Omar
Prof. Dr. Mohamed Omar
vor 6 Tagen
8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 21 Stunden

Faltige Hände fallen vielen Menschen erst spät auf, dann aber deutlich. Das Gesicht wird über Jahre gepflegt, geschützt und beobachtet, die Hände dagegen arbeiten einfach. Irgendwann wirkt die Haut am Handrücken dünn wie Papier, Sehnen und Venen treten hervor, und beim Zusammenschieben der Haut bleiben feine Knitterfalten stehen. Nicht selten wirken die Hände dann älter als das Gesicht.

Die Gründe dafür sind gut verstanden. Die Hände bekommen mehr Sonne ab als fast jede andere Körperstelle, sie werden täglich gewaschen, desinfiziert und mit Reinigungsmitteln belastet, und sie verlieren mit den Jahren das Polster, das die Haut von unten stützt. Je nachdem, welcher dieser Anteile überwiegt, hilft etwas anderes.

Dieser Beitrag erklärt, warum Hände faltig werden, was hinter plötzlich auftretenden Falten stecken kann, was Pflege leistet und welche ärztlichen Behandlungen in Frage kommen. Er beschreibt auch, wo die Grenzen liegen und wann wir von einer Behandlung abraten.

Warum faltige Hände entstehen

Die Haut am Handrücken ist von Natur aus dünn. Sie liegt fast direkt auf Sehnen, Gefäßen und Knochen, mit nur einer schmalen Schicht Fettgewebe dazwischen. Diese Anatomie ist für die Beweglichkeit der Hand wichtig, macht die Haut aber anfällig für Alterungszeichen.

Mit den Jahren nimmt die Bildung von Kollagen ab, und die elastischen Fasern der Haut werden weniger. Die Haut verliert an Dicke und Spannkraft. Schiebt man sie zusammen, glättet sie sich nur langsam wieder. Daraus entstehen die typischen feinen Falten, die oft als Pergamenthaut beschrieben werden.

Gleichzeitig schwindet das Fettpolster unter der Haut. Dadurch treten Sehnen und Venen deutlicher hervor, und die Zwischenräume zwischen den Mittelhandknochen wirken eingesunken. Dieser Volumenverlust prägt das Bild älterer Hände oft stärker als die Falten selbst.

Hinzu kommt die Sonne. Die Hände sind beim Autofahren, beim Spazierengehen und bei jeder Tätigkeit im Freien ungeschützt. UV-Strahlung schädigt die Fasern der Haut über Jahrzehnte und führt neben Falten auch zu Pigmentflecken, die das Bild zusätzlich altern lassen.

Wie schnell all das geschieht, ist sehr unterschiedlich. Veranlagung, Hauttyp, Rauchen und der Umgang mit Sonne über das ganze Leben bestimmen mit, ob die Hände mit fünfzig noch glatt wirken oder schon mit vierzig deutliche Zeichen zeigen. Wer früh Falten an den Händen bemerkt, hat deshalb nicht zwangsläufig etwas falsch gemacht.

Plötzlich faltige Hände: was dahinterstecken kann

Viele bemerken Falten an den Händen scheinbar von einem Tag auf den anderen. Häufig steckt eine Phase dahinter, in der die Haut stark belastet wurde: ein Winter mit trockener Heizungsluft, häufiges Desinfizieren im Beruf oder viel Arbeit mit Wasser und Reinigungsmitteln. Die Haut trocknet aus, und vorhandene feine Linien werden plötzlich sichtbar.

Auch ein deutlicher Gewichtsverlust kann eine Rolle spielen. Wenn das Fettgewebe am Handrücken abnimmt, verliert die Haut ihre Unterlage. Venen und Sehnen treten hervor, obwohl sich an der Haut selbst wenig verändert hat.

Hormonelle Veränderungen, etwa in den Wechseljahren, beeinflussen die Hautdicke ebenfalls. Viele Frauen bemerken in dieser Zeit, dass die Haut insgesamt dünner und trockener wird, auch an den Händen. Das ist ein normaler Vorgang, kann aber den Eindruck einer plötzlichen Veränderung erwecken.

Selten steckt eine Erkrankung dahinter. Bestimmte Medikamente, etwa eine längere Behandlung mit Kortison, können die Haut dünner machen. Auch einige Stoffwechsel- und Bindegewebserkrankungen verändern das Hautbild. Wer zusätzlich Hautveränderungen, auffällige Rötungen, Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen bemerkt, sollte das ärztlich abklären lassen, bevor an eine ästhetische Behandlung gedacht wird.

Ein einfacher Test gibt einen ersten Hinweis. Wenn Sie die Haut am Handrücken zwischen zwei Fingern anheben und loslassen, sollte sie rasch in ihre Ausgangslage zurückkehren. Bleibt die Falte einige Sekunden stehen, ist die Haut entweder ausgetrocknet oder hat deutlich an Elastizität verloren. Bei älteren Menschen ist das häufig, bei jüngeren kann es auch auf Flüssigkeitsmangel hinweisen.

Was Pflege bei faltigen Händen leistet

Pflege ist die Grundlage, und sie kann sichtbar etwas verändern. Eine reichhaltige Handcreme, regelmäßig aufgetragen, vor allem nach dem Händewaschen, bindet Feuchtigkeit in der obersten Hautschicht. Trockenheitsfältchen werden dadurch weniger sichtbar. Inhaltsstoffe wie Harnstoff, Glycerin oder Ceramide sind dafür gut untersucht.

Der wichtigste Schutz ist auch hier der Sonnenschutz. Wer morgens eine Creme mit Lichtschutzfaktor auf den Handrücken aufträgt, verlangsamt den weiteren Abbau der Fasern und beugt neuen Pigmentflecken vor. Das ist unspektakulär, wirkt aber über Jahre mehr als jede einzelne Behandlung.

Handschuhe bei der Hausarbeit, beim Putzen und bei Kälte schützen die Haut vor Reizstoffen und Austrocknung. Milde Reinigungsmittel und lauwarmes Wasser schonen den natürlichen Schutzfilm der Haut. Bei Menschen, die beruflich viel desinfizieren müssen, lohnt sich eine konsequente Hautschutzroutine.

Was Pflege nicht kann: verlorenes Fettgewebe ersetzen oder deutlich verdünnte Haut wieder aufbauen. Wer nach einigen Monaten konsequenter Pflege keinen Unterschied sieht, hat sehr wahrscheinlich einen Volumenverlust oder eine fortgeschrittene Veränderung der Hautstruktur, die tiefer ansetzt.

Hausmittel wie Öle, Masken aus Lebensmitteln oder Peelings mit Zucker werden oft empfohlen. Sie können die Haut für kurze Zeit geschmeidiger machen, und gegen eine gelegentliche Anwendung ist wenig einzuwenden. Eine Wirkung auf die Struktur der Haut oder auf das Volumen haben sie nicht. Säurehaltige Mischungen, etwa mit Zitronensaft, können empfindliche Haut sogar reizen und die Lichtempfindlichkeit erhöhen.

Faltige Hände behandeln: welche Verfahren in Frage kommen

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt davon ab, was im Vordergrund steht. Bei faltigen Händen unterscheiden wir drei Anteile: die Hautqualität, das fehlende Volumen und die Pigmentflecken. Meist liegen mehrere gleichzeitig vor, und die Reihenfolge der Behandlung richtet sich danach, was das Bild am stärksten prägt.

Skinbooster bringen nicht vernetzte oder nur leicht vernetzte Hyaluronsäure in vielen kleinen Depots in die Haut. Sie verbessern Feuchtigkeit und Elastizität, ohne aufzufüllen. Bei dünner, knittriger Haut ist das oft der erste Schritt. Eine Serie von zwei bis drei Sitzungen ist üblich. Mehr dazu auf der Seite zu Skinboostern und im Beitrag Skinbooster: Hyaluronsäure für die Hautqualität.

Polynukleotide sollen die Regeneration der Haut unterstützen. Erste Studien zeigen Verbesserungen der Hautstruktur, die Datenlage ist aber noch begrenzt. Für die Hände gibt es bisher wenige Untersuchungen, deshalb besprechen wir das offen. Details stehen auf der Seite zu Polynukleotiden.

Hyaluronsäure-Filler gleichen fehlendes Volumen aus. Sie werden mit einer feinen Kanüle flach unter die Haut des Handrückens eingebracht und verteilt. Dadurch treten Sehnen und Venen weniger hervor, und die Haut wirkt glatter. Die Wirkung hält je nach Präparat und Stoffwechsel einige Monate bis etwa ein Jahr.

Calciumhydroxylapatit ist ein weiteres Material, das am Handrücken eingesetzt wird. Es gleicht Volumen aus und soll zusätzlich die Bildung von Kollagen anregen. Anders als Hyaluronsäure lässt es sich nicht mit einem Enzym auflösen. Deshalb setzen wir es nur nach sorgfältiger Abwägung ein.

Eigenfett ist eine Möglichkeit bei stärkerem Volumenverlust. Dabei wird an anderer Stelle des Körpers Fett gewonnen, aufbereitet und am Handrücken eingebracht. Ein Teil des Fetts wächst dauerhaft an, ein anderer Teil wird abgebaut, weshalb manchmal eine zweite Sitzung nötig ist.

Pigmentflecken lassen sich mit Injektionen nicht beeinflussen. Hier kommen Laserverfahren, Peelings oder aufhellende Wirkstoffe in Frage, die in hautärztliche Hände gehören. Jeder neue oder sich verändernde Fleck sollte vorher dermatologisch beurteilt werden.

Kein Verfahren hält für immer. Rechnen Sie bei Fillern mit Auffrischungen, bei Verfahren für die Hautqualität mit einer Serie und regelmäßiger Erhaltung. Wer das von Anfang an einplant, erlebt weniger Enttäuschung. Preise und die Grundlage der Abrechnung finden Sie auf der Seite Preise.

Wie eine Behandlung der Hände abläuft

Vor jeder Behandlung steht eine Untersuchung. Wir sehen uns die Hände in Ruhe und in Bewegung an, prüfen die Hautdicke, den Verlauf der Venen und die Beweglichkeit der Finger. Dabei klären wir auch Vorerkrankungen, Medikamente und frühere Behandlungen. Erst danach lässt sich sagen, ob und welches Verfahren sinnvoll ist.

Die Behandlung selbst dauert meist nicht länger als eine halbe Stunde. Bei Fillern wird ein Betäubungsmittel im Material oder eine örtliche Betäubung genutzt, die Einstichstellen sind klein. Nach der Injektion wird das Material durch sanftes Massieren verteilt. Viele Menschen können am selben Tag ihren Alltag wieder aufnehmen, sollten aber in den ersten Tagen schwere körperliche Arbeit mit den Händen, Sauna und starke Hitze meiden.

Das Ergebnis lässt sich erst nach dem Abklingen der Schwellung beurteilen, also nach ein bis zwei Wochen. Bei Verfahren für die Hautqualität zeigt sich die Veränderung langsamer und erst nach mehreren Sitzungen. Eine Kontrolle nach einigen Wochen gehört bei uns dazu, damit Unregelmäßigkeiten früh erkannt werden.

Risiken und Nebenwirkungen

Am Handrücken verlaufen viele Venen dicht unter der Haut. Blaue Flecken und Schwellungen sind deshalb nach Injektionen häufig. Die Schwellung kann in den ersten Tagen die Beweglichkeit der Finger leicht einschränken, bildet sich aber meist innerhalb einer Woche zurück.

Bei Fillern können Knötchen oder Unregelmäßigkeiten entstehen, vor allem, wenn das Material nicht gleichmäßig verteilt ist. Hyaluronsäure lässt sich in solchen Fällen mit Hyaluronidase auflösen. Bei Calciumhydroxylapatit ist das nicht möglich, Knötchen müssen dann anders behandelt werden.

Wie bei jeder Injektion besteht ein geringes Infektionsrisiko. Sehr selten kann Material in ein Gefäß gelangen und die Durchblutung beeinträchtigen. Deshalb gehört die Behandlung in ärztliche Hände, und deshalb arbeiten wir am Handrücken bevorzugt mit stumpfen Kanülen.

Bei Eigenfett kommen die Risiken der Fettentnahme hinzu: Blutergüsse, Schwellung und selten Unregelmäßigkeiten an der Entnahmestelle. Auch eine ungleichmäßige Einheilung des Fetts ist möglich.

Wann wir davon abraten

In der Schwangerschaft und Stillzeit behandeln wir nicht. Auch bei akuten Infektionen oder Entzündungen an den Händen, bei offenen Wunden oder Ekzemen warten wir ab, bis die Haut abgeheilt ist. Bei Gerinnungsstörungen oder der Einnahme von Blutverdünnern wägen wir sehr genau ab.

Bei Autoimmunerkrankungen, einer Neigung zu überschießender Narbenbildung oder bekannten Unverträglichkeiten gegen Bestandteile der Präparate ist Zurückhaltung geboten. Wer an rheumatischen Erkrankungen der Hände leidet, sollte die Frage zuerst mit dem behandelnden Rheumatologen besprechen.

Wir raten auch ab, wenn die Erwartung nicht zur Methode passt. Eine Behandlung kann die Haut am Handrücken glatter und praller wirken lassen. Sie macht aus den Händen eines Sechzigjährigen nicht die Hände eines Dreißigjährigen, und sie ersetzt nicht den täglichen Sonnenschutz.

Ebenso raten wir ab, wenn hervortretende Venen das Hauptproblem sind und eine Venenerkrankung nicht ausgeschlossen ist. Dann gehört die Frage zuerst in gefäßmedizinische Hände.

Wie Hände und Gesicht zusammenpassen

Viele Menschen, die sich für eine Behandlung im Gesicht entscheiden, bemerken danach den Unterschied zu den Händen. Ein frisch wirkendes Gesicht und alt wirkende Hände passen nicht zusammen. Deshalb fragen wir in der Beratung oft auch nach dem Dekolleté und den Händen, ohne dass dort zwingend etwas geschehen muss.

Die Haut an Hals, Dekolleté und Händen altert ähnlich, weil sie ähnlich viel Sonne abbekommt und ähnlich dünn ist. Was am Dekolleté möglich ist, beschreibt der Beitrag Falten am Dekolleté.

Sinnvoll ist ein Gesamtbild, in dem keine Partie übermäßig behandelt wirkt. Das bedeutet manchmal, im Gesicht weniger zu tun und an den Händen ein wenig, statt alles auf eine Stelle zu konzentrieren.

Auch die Reihenfolge lässt sich planen. Wer ohnehin eine Behandlung im Gesicht vorhat, kann die Hände in einem späteren Schritt angehen, wenn sich das neue Gesamtbild gesetzt hat. So entsteht keine Überbehandlung, und jede Entscheidung wird mit Abstand getroffen.

Fazit

Faltige Hände entstehen aus drei Gründen: dünner werdende Haut, schwindendes Polster darunter und jahrzehntelange Sonne. Pflege und Sonnenschutz bremsen den Prozess, ersetzen aber kein verlorenes Volumen. Wer mehr möchte, sollte zuerst klären lassen, welcher Anteil das Bild bestimmt.

Die Konsequenz ist eine Frage der Reihenfolge: zuerst Schutz und Pflege, dann gegebenenfalls ein Verfahren für die Hautqualität, und erst bei deutlichem Volumenverlust ein Filler oder Eigenfett. Pigmentflecken brauchen einen eigenen Weg. Und weil die Hände ständig im Einsatz sind und viel Licht abbekommen, entscheidet der tägliche Schutz darüber, wie lange ein Ergebnis überhaupt Bestand hat. Wer behandelt, aber nicht schützt, verliert den Gewinn schneller, als ihm lieb ist.

Wenn Sie wissen möchten, was bei Ihren Händen in Frage kommt, nehmen wir uns in unserer Praxis in Hannover Zeit für eine Untersuchung. Sie erreichen uns über die Seite Kontakt.

Prof. Dr. Mohamed Omar, Chiq Aesthetics, Karmarschstraße 33–35, 30159 Hannover

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt kein ärztliches Beratungsgespräch. Ob eine Behandlung im Einzelfall geeignet ist, lässt sich nur nach persönlicher Untersuchung beurteilen.


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