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Mesotherapie im Gesicht — was sie für die Hautqualität leistet und was nicht

Autorenbild: Prof. Dr. Mohamed Omar
Prof. Dr. Mohamed Omar
vor 24 Stunden
8 Min. Lesezeit

Es gibt einen Zustand der Haut, für den es keinen guten Begriff gibt. Die Falten sind nicht das eigentliche Problem, das Gesicht hat auch nicht sichtbar an Volumen verloren — die Haut wirkt einfach müde. Sie zieht am Morgen, sie glänzt nicht mehr, sie nimmt Make-up anders an als früher, und feine Trockenlinien an den Wangen bleiben auch dann sichtbar, wenn man ausgeschlafen ist. Spätestens dann stellt sich die Frage, ob eine Mesotherapie Gesicht und Hautgefühl spürbar verändern kann.

Wer in dieser Lage nach einer Lösung sucht, findet schnell den Begriff Mesotherapie. Er klingt nach mehr, als er beschreibt, und wird im Netz für sehr unterschiedliche Dinge verwendet — von der ärztlichen Injektionsbehandlung über Fettreduktion bis zum Handgerät für die Anwendung im eigenen Badezimmer. Diese Unschärfe ist der Grund, warum die Erwartungen an das Verfahren so weit auseinandergehen.

Dieser Beitrag ordnet ein, was bei einer Mesotherapie im Gesicht tatsächlich in die Haut eingebracht wird, welche Veränderung daraus realistisch entsteht, warum eine einzelne Sitzung selten genügt und wie sich das Verfahren von Microneedling, Skinboostern und Polynukleotiden unterscheidet. Und weil die Frage nach Geräten für zu Hause zu den häufigsten überhaupt gehört, wird sie hier ehrlich beantwortet statt umgangen.

Mesotherapie Gesicht: was bei der Behandlung in der Haut geschieht

Bei der Mesotherapie werden sehr kleine Mengen einer Wirkstoffmischung über viele einzelne Einstiche flächig in die Haut des Gesichts eingebracht. Die Nadel bleibt dabei bewusst oberflächlich und endet in der Dermis, also in der Lederhaut unterhalb der Oberhaut. Es entstehen zahlreiche winzige Depots, die sich über die behandelte Region verteilen, statt eines einzelnen größeren Depots an wenigen Punkten.

Die Mischung besteht typischerweise aus nicht vernetzter Hyaluronsäure, Vitaminen, Spurenelementen und Aminosäuren. Nicht vernetzt bedeutet, dass die Hyaluronsäure nicht chemisch stabilisiert ist: Sie bindet Wasser, baut aber kein Volumen auf und wird vom Körper vergleichsweise rasch abgebaut. Die übrigen Bestandteile sind als Bausteine gedacht, die der Haut dort zur Verfügung stehen sollen, wo sie verarbeitet werden.

Der Unterschied zu einer Pflege aus der Tube liegt genau in dieser Ebene. Eine Creme muss die Hornschicht überwinden, was für große Moleküle kaum möglich ist. Die Injektion umgeht diese Barriere, und darin liegt der eigentliche technische Grund für das Verfahren. Wie es in der Praxis abläuft und welche Regionen im Gesicht sich dafür eignen, ist auf der Seite zur Mesotherapie und Needling beschrieben.

Gearbeitet wird entweder von Hand mit einer sehr feinen Nadel oder mit einem Gerät, das Einstichtiefe und Menge pro Punkt gleichmäßig hält. Die Behandlung einer Region im Gesicht dauert wenige Minuten bis eine knappe halbe Stunde, abhängig von der Fläche. Spürbar ist ein wiederholtes feines Piksen, meist gut auszuhalten, an empfindlichen Stellen wie der Stirn und um die Augen deutlicher.

Was sich an der Haut verändert — und was nicht

Der zu erwartende Effekt betrifft drei Dinge: die Feuchtigkeitsbindung, die Hautspannung und die Oberflächenqualität. Praktisch heißt das eine glattere Textur, ein gleichmäßigeres Licht auf der Haut, weniger von diesem trockenen, angespannten Gefühl. Feine Trockenlinien, die durch Wassermangel entstehen, können sich dabei abschwächen.

Was die Mesotherapie ausdrücklich nicht leistet, ist Volumenaufbau. Eingebrachte Menge und Materialeigenschaft sind darauf nicht ausgelegt, und daran ändert auch eine höhere Zahl an Sitzungen nichts. Eine eingesunkene Wange, ein flacher Jochbeinbereich oder eine tiefe Nasolabialfalte lassen sich damit nicht anheben.

Ebenso wenig ist es eine Faltenbehandlung. Mimische Falten entstehen durch Muskelzug und werden anders angegangen; strukturelle Falten beruhen auf Volumenverlust und abgesunkenem Gewebe. Die Mesotherapie arbeitet an der Beschaffenheit der Haut, nicht an ihrer Form. Wer diesen Unterschied kennt, spart sich eine Reihe von Terminen, die am eigentlichen Ziel vorbeiführen.

Zur Ehrlichkeit gehört auch die Einordnung der Datenlage. Zu vernetzter Hyaluronsäure als Filler gibt es umfangreiche Untersuchungen, zu den Wirkstoffmischungen der Mesotherapie deutlich weniger. Die Zusammensetzungen unterscheiden sich zwischen den Herstellern erheblich, die Studien sind klein, und für einzelne Bestandteile lässt sich kein belastbarer Einzelnachweis führen. Wer Ihnen eine exakte Wirkungszuschreibung für Vitamin X in der Mischung verspricht, geht über das hinaus, was sich belegen lässt.

Warum eine Mesotherapie Gesicht und Haut nicht in einer Sitzung verändert

Die Mesotherapie ist keine Einmalbehandlung, und das ist keine Verkaufslogik, sondern folgt aus dem Wirkprinzip. Die eingebrachte Menge ist klein und wird innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen abgebaut. Was bleibt, ist die Reaktion der Haut auf den wiederholten Reiz — und die braucht Wiederholung, um sich aufzubauen.

Üblich ist deshalb eine Serie von mehreren Sitzungen im Abstand von einigen Wochen. Erst danach lässt sich beurteilen, ob die Mesotherapie im Gesicht bei Ihnen den erhofften Unterschied macht. Anschließend hält das Ergebnis eine begrenzte Zeit, meist einige Monate, und wird durch einzelne Auffrischungen gehalten. Ein dauerhafter Zustand entsteht nicht: Die Haut erneuert sich weiter, und äußere Einflüsse wie UV-Strahlung, Rauchen und Schlafmangel wirken unverändert weiter.

Diese Struktur sollte in die Kostenüberlegung eingehen, bevor Sie mit der ersten Sitzung beginnen. Relevant ist dabei nicht der einzelne Termin, sondern die Serie plus die Auffrischungen über ein Jahr gerechnet. Was den Aufwand im Einzelfall bestimmt, sind die Zahl der behandelten Regionen, die Fläche und die verwendete Wirkstoffmischung; eine Übersicht dazu finden Sie unter Preise.

Der Hinweis, der Ihnen Geld sparen kann, lautet deshalb: Klären Sie vor der ersten Sitzung, ob Ihr Anliegen überhaupt ein Hautqualitätsthema ist. Geht es in Wahrheit um abgesunkenes Gewebe oder um eine ausgeprägte Falte, zahlen Sie eine vollständige Serie für einen Effekt, der Ihr Ziel nicht erreichen kann.

Der Unterschied zu Microneedling, Skinboostern und Polynukleotiden

Diese vier Verfahren werden häufig verwechselt, weil sie alle mit Nadeln arbeiten und alle die Hautqualität als Ziel nennen. Sie unterscheiden sich aber darin, was in die Haut gelangt und wie tief.

Microneedling bringt keinen Wirkstoff ein, sondern setzt ausschließlich kontrollierte Mikroverletzungen. Die Reaktion des Gewebes auf diese Reize ist der gesamte Wirkmechanismus. Wo dieses Verfahren seine Stärke hat, etwa bei Narben und großporiger Haut, und wo seine Grenzen liegen, ist im Beitrag zum Microneedling ausführlich dargestellt.

Die Abgrenzung zur Mesotherapie ist dabei weniger scharf, als es klingt. Auch die vielen Einstiche der Mesotherapie erzeugen ein Mikrotrauma, und ein Teil des beobachteten Effekts geht auf diesen Reiz zurück statt auf die Wirkstoffmischung. Wie groß dieser Anteil jeweils ist, lässt sich nicht sauber trennen — das ist einer der Gründe, warum die Studienlage zur Mischung selbst dünn bleibt. Wer beide Verfahren als Konkurrenten betrachtet, verkennt, dass sie sich in einem wesentlichen Teil überschneiden.

Skinbooster arbeiten mit einer Hyaluronsäure, die auf längeren Verbleib im Gewebe ausgelegt ist, und setzen sie in wenigen, größeren Depots etwas tiefer ab. Der Effekt hält deshalb länger, und es braucht weniger Sitzungen. Warum auch das kein Filler ist und wo der Unterschied zum Volumenaufbau liegt, erklärt der Beitrag zu Skinboostern.

Polynukleotide verfolgen wiederum ein anderes Prinzip: Hier steht nicht die Wasserbindung im Vordergrund, sondern eine Substanz, die auf die Regeneration des Gewebes zielt. Auch dieses Verfahren braucht eine Serie, richtet sich aber an eine andere Ausgangslage, etwa an dünne und strapazierte Haut. Eine Übersicht dazu finden Sie unter Polynukleotide.

Welches dieser Verfahren zu Ihnen passt, entscheidet sich nicht am Namen, sondern am Hautbefund. In der Beurteilung geht es um Dicke und Spannung der Haut, um den Feuchtigkeitszustand, um Vorschädigung durch Sonne und um die Frage, ob überhaupt ein Qualitäts- und nicht ein Volumenthema vorliegt.

Nebenwirkungen und der Verlauf in den Tagen danach

Unmittelbar nach der Behandlung sind im Gesicht kleine Quaddeln an den Einstichstellen sichtbar, dazu eine flächige Rötung. Beides bildet sich meist innerhalb weniger Stunden bis eines Tages zurück. Eine leichte Schwellung, Druckempfindlichkeit und einzelne Blutergüsse sind möglich, besonders um die Augen und an der Stirn, und auch bei sorgfältiger Technik nicht vollständig vermeidbar.

Seltener, aber ernst zu nehmen sind Infektionen an den Einstichstellen, allergische Reaktionen auf Bestandteile der Mischung, eine Reaktivierung von Lippenherpes bei entsprechender Veranlagung sowie Pigmentverschiebungen, die vor allem bei dunkleren Hauttypen und bei ungeschützter Sonnenexposition danach auftreten können. Bei ungeeigneten oder nicht für die Injektion bestimmten Substanzen sind zudem knotige Gewebereaktionen beschrieben.

Für die ersten Tage gelten deshalb einige einfache Regeln: am Behandlungstag kein Make-up auf die behandelte Fläche, für etwa zwei Tage keine Sauna, kein Dampfbad, kein intensiver Sport, für ein bis zwei Wochen konsequenter UV-Schutz und in dieser Zeit keine reizenden Wirkstoffe in der Pflege. Blutverdünnende Schmerzmittel und Alkohol am Vorabend erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Blutergüsse; ärztlich verordnete Blutverdünner werden dagegen nicht eigenmächtig abgesetzt, sondern vorher besprochen.

Mesotherapie zu Hause: was gegen Geräte für die Selbstanwendung spricht

Geräte für die Selbstanwendung werden häufig gesucht, und die Frage verdient eine klare Antwort. Was online als Mesotherapie-Gerät, Mesopen oder Dermaroller angeboten wird, unterscheidet sich in einem entscheidenden Punkt von der ärztlichen Behandlung: Es fehlt die Kontrolle über das, was durch die Haut hindurch in den Körper gelangt.

Sterilität. Sobald die Hautbarriere durchbrochen wird, entsteht eine Eintrittspforte für Keime. Im häuslichen Umfeld lassen sich weder die Haut noch das Gerät zuverlässig aufbereiten, und mehrfach verwendete Nadelmodule sind eine bekannte Ursache für Infektionen. Eine solche Infektion bleibt nicht immer lokal und kann Narben hinterlassen.

Die Substanzen. Seren aus dem freien Verkauf sind für die Anwendung auf der Haut gedacht, nicht für das Einbringen darunter. Sie sind in der Regel nicht steril und enthalten Konservierungs-, Duft- und Emulgierstoffe, die auf der Hornschicht unproblematisch sind, unter ihr aber Entzündungen, allergische Reaktionen und knotige Gewebereaktionen auslösen können. Genau hier entstehen die schwerwiegenden Komplikationen.

Dosierung und Tiefe. Ein ärztlich eingesetztes Gerät wird auf eine definierte Eindringtiefe eingestellt, angepasst an Region und Hautdicke. Zu tief gesetzte Nadeln in dünnen Arealen können vernarben und Pigmentverschiebungen hinterlassen, zu häufig wiederholte Anwendungen halten die Haut in einem dauerhaft gereizten Zustand, was ihre Barriere eher schwächt als stärkt.

Es gibt einen sinnvollen Anteil an Eigenverantwortung, er liegt nur nicht bei der Nadel. Konsequenter UV-Schutz, eine Pflege, die die Barriere unterstützt, Verzicht auf Rauchen und ausreichender Schlaf verändern die Hautqualität nachweislich und kosten nichts außer Regelmäßigkeit. Wer diese Grundlagen nicht abgedeckt hat, wird auch von einer Serie im Behandlungsstuhl weniger sehen.

Wann wir davon abraten

Es gibt Situationen, in denen wir eine Mesotherapie nicht durchführen. Dazu zählen Schwangerschaft und Stillzeit, akute Infektionen oder entzündliche Hauterkrankungen im Behandlungsgebiet einschließlich eines aktiven Herpesschubs oder entzündlicher Akne, bekannte Überempfindlichkeit gegen Bestandteile der Mischung sowie Gerinnungsstörungen. Bei blutverdünnender Medikation, bei aktiven Autoimmunerkrankungen, bei einer Neigung zu wulstiger Narbenbildung und während oder kurz nach einer Behandlung mit hochdosierten Vitamin-A-Säure-Präparaten ist eine gesonderte Abwägung nötig.

Häufiger als eine medizinische Kontraindikation ist jedoch die falsche Erwartung der Grund, abzuraten. Wer sich von der Behandlung im Gesicht straffere Konturen erhofft, ein Anheben abgesunkener Wangen, das Verschwinden tiefer Falten oder eine Korrektur von Narben und ausgeprägten Pigmentflecken, wird enttäuscht sein — nicht weil die Behandlung schlecht durchgeführt wurde, sondern weil sie für diese Ziele nicht gebaut ist. In solchen Fällen sagen wir das vor der ersten Sitzung und nicht nach der dritten.

Zurückhaltend sind wir auch, wenn jemand eine einzelne Sitzung vor einem festen Termin wünscht. Rötung und Quaddeln bilden sich zwar rasch zurück, ein Bluterguss aber nicht, und ein Effekt aus einer einzigen Sitzung ist ohnehin nicht zu erwarten. Wer auf ein bestimmtes Datum hinarbeitet, plant die Serie mit Abstand davor oder verschiebt sie dahinter.

Und schließlich raten wir ab, solange die Basis nicht steht. Bei stark geschädigter, sonnenverbrannter oder durch aggressive Pflege gereizter Haut ist der erste Schritt die Beruhigung der Barriere, nicht der zusätzliche Reiz durch Hunderte Einstiche.

Fazit

Die Mesotherapie ist ein zurückhaltendes Verfahren mit einem eng umrissenen Anwendungsbereich. Sie verbessert die Beschaffenheit der Haut im Gesicht, wenn diese trocken, fahl und wenig gespannt ist — und sie tut das über eine Serie, nicht über einen Termin. Sie ersetzt weder einen Volumenaufbau noch eine Faltenbehandlung, und sie tut nicht so, als könnte sie das.

Daraus folgt eine unbequeme, aber nützliche Konsequenz: Die entscheidende Frage ist nicht, ob die Mesotherapie wirkt, sondern ob Ihr Anliegen überhaupt in ihren Bereich fällt. Ein Teil der Menschen, die deswegen zu uns kommen, braucht ein anderes Verfahren, und ein Teil braucht zunächst nur eine veränderte Pflege und konsequenten Sonnenschutz. Beides ehrlich zu sagen, gehört zur Beratung.

Wenn Sie unsicher sind, in welche dieser Gruppen Sie fallen, lassen Sie Ihre Haut ansehen, bevor Sie sich auf eine Serie festlegen. In unserer Praxis in Hannover ist diese Beurteilung ein eigener Schritt vor jeder Entscheidung; einen Termin dafür können Sie über die Seite Kontakt anfragen.

Prof. Dr. Mohamed Omar, Chiq Aesthetics, Karmarschstraße 33–35, 30159 Hannover

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt kein ärztliches Beratungsgespräch. Ob eine Behandlung im Einzelfall geeignet ist, lässt sich nur nach persönlicher Untersuchung beurteilen.

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