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Bunny Lines am Nasenrücken — warum sie entstehen und was hilft

Autorenbild: Prof. Dr. Mohamed Omar
Prof. Dr. Mohamed Omar
20. Sept.
8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Sept.

Es beginnt fast immer mit einem Foto. Beim Lachen, beim Blinzeln in die Sonne oder beim Naserümpfen legen sich seitlich am Nasenrücken feine, schräg verlaufende Linien an, und wer sie einmal bemerkt hat, sieht sie auf jedem weiteren Bild. Im Netz heißen diese Fältchen Bunny Lines, im Deutschen spricht man von Nasenrückenfältchen. Der englische Name kommt vom Rümpfen einer Hasennase, das die Bewegung recht genau beschreibt.

Die meisten Menschen, die deswegen fragen, haben zwei Anliegen: Sie möchten wissen, ob das normal ist, und ob sich etwas dagegen tun lässt. Ein Teil kommt allerdings mit einer dritten, deutlich verwirrteren Frage. Diese Fältchen waren früher nicht da. Sie sind erst aufgefallen, nachdem die Zornesfalte zwischen den Brauen behandelt wurde, und der Verdacht liegt nahe, dass dabei etwas schiefgelaufen ist.

Dieser Beitrag ordnet, welcher Muskel Bunny Lines erzeugt, warum sie nach einer Behandlung der Zornesfalte häufiger sichtbar werden, wie klein der Eingriff tatsächlich ist, welches konkrete Risiko er mit sich bringt und in welchen Fällen die ehrliche Antwort lautet, dass eine Behandlung wenig verändert.

Was Bunny Lines sind und welcher Muskel sie erzeugt

Bunny Lines sind reine Bewegungsfalten. Sie entstehen dort, wo die dünne Haut über dem knöchernen Nasenrücken bei bestimmten Mimikbewegungen zusammengeschoben wird, und sie verlaufen schräg von der Nasenwurzel nach unten außen, meist auf beiden Seiten, nicht immer gleich stark ausgeprägt. Beim Naserümpfen, beim herzhaften Lachen, beim Blinzeln gegen helles Licht und beim Riechen an etwas Unangenehmem werden sie am deutlichsten.

Verursacher ist der Musculus nasalis, genauer seine Pars transversa. Dieser Muskel zieht quer über den Nasenrücken, verengt beim Anspannen die Nasenöffnung und schiebt dabei die darüber liegende Haut in Falten. Beteiligt sind zwei Nachbarn: der Musculus levator labii superioris alaeque nasi, der von der Seite der Nase zu Oberlippe und Nasenflügel zieht, und der Musculus procerus, der von der Nase zur Stirn verläuft und die Nasenwurzel nach unten zieht.

Diese Aufteilung ist kein anatomisches Detail, sondern entscheidet über die Behandlung. Die waagerechte Querfalte direkt auf der Nasenwurzel stammt überwiegend vom Procerus und gehört fachlich zur Region der Zornesfalte. Die schrägen seitlichen Linien am Nasenrücken, um die es hier geht, stammen vom Musculus nasalis. Wer beides in einen Topf wirft, behandelt entweder zu viel oder an der falschen Stelle.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen dynamisch und statisch. Solange die Nasenrückenfältchen nur in Bewegung erscheinen und im entspannten Gesicht vollständig verschwinden, handelt es sich um eine reine Muskelaktivität. Bleibt dagegen im Ruhezustand eine feine Linie stehen, hat sich die Haut an dieser Stelle bereits strukturell verändert, und das ist für die Erwartung an eine Behandlung ein erheblicher Unterschied.

Warum Bunny Lines oft erst nach einer Zornesfaltenbehandlung auftreten

Das ist der Punkt, der die meiste Verwirrung stiftet und am seltensten erklärt wird. Bunny Lines entstehen bei einem Teil der Behandelten überhaupt erst oder werden deutlich stärker, nachdem die Zornesfalte zwischen den Brauen mit Botulinumtoxin behandelt wurde. Der zeitliche Zusammenhang ist unübersehbar, und viele schließen daraus auf einen Fehler.

Dahinter steckt kein Fehler, sondern ein vorhersehbarer Mechanismus, den man muskuläre Kompensation nennt. Die mimischen Muskeln des Gesichts arbeiten nicht isoliert, sondern in Gruppen, die sich gegenseitig ausbalancieren. Wird der kräftige Zug zwischen den Brauen abgeschwächt, verlieren die benachbarten Muskeln ihren Gegenspieler. Sie arbeiten daraufhin relativ stärker mit, weil dieselbe Mimik weiterhin ausgeführt werden soll, nur eben mit weniger Beteiligung des ausgeschalteten Muskels.

Beim Musculus nasalis fällt das besonders auf, weil er direkt unterhalb der behandelten Region liegt und an derselben Bewegung beteiligt ist. Das Stirnrunzeln, das vorher überwiegend zwischen den Brauen sichtbar war, verlagert sich ein Stück nach unten auf den Nasenrücken. Die Fältchen sind damit nicht neu entstanden, sondern sie treten aus dem Schatten einer stärkeren Bewegung hervor, die vorher alles überlagert hat.

Für Betroffene ist die praktische Konsequenz beruhigend. Wer nach einer Behandlung der Zornesfalte plötzlich Linien an der Nase bemerkt, hat keinen Behandlungsfehler erlebt, sondern eine bekannte Verschiebung der Mimik. Sie lässt sich beim nächsten Termin mitbehandeln, indem sehr kleine Mengen zusätzlich seitlich am Nasenrücken gesetzt werden. Warum die Zornesfalte häufig früh entsteht und wie sie behandelt wird, ist im Beitrag zur Zornesfalte ausführlich beschrieben.

Umgekehrt gehört diese Information in jedes Aufklärungsgespräch vor der ersten Behandlung der Glabella. Wer weiß, dass die Mimik sich verlagern kann, empfindet die Veränderung nicht als Rückschlag, sondern als etwas, das planbar ist. Vorhersagen lässt sich im Einzelfall allerdings nicht, wen es betrifft, weil die Kräfteverteilung der mimischen Muskeln individuell sehr unterschiedlich ist.

Wie Bunny Lines mit Botulinumtoxin behandelt werden

Die Behandlung von Bunny Lines gehört zu den kleinsten Anwendungen von Botulinumtoxin überhaupt. Behandelt wird mit sehr geringen Mengen an wenigen Punkten, in der Regel ein bis zwei Einstiche je Seite, seitlich am Nasenrücken. Der Wirkstoff schwächt die Signalübertragung vom Nerv zum Musculus nasalis ab, sodass dieser sich weniger stark zusammenzieht und die Haut darüber weniger geschoben wird.

Vor der Injektion wird die Mimik geprüft. Sie werden gebeten, die Nase zu rümpfen, zu lachen und die Augen fest zu schließen, damit sichtbar wird, welche Anteile der Bewegung tatsächlich vom Nasenmuskel stammen und wie weit die Fältchen nach unten reichen. Erst danach werden die Punkte festgelegt und angezeichnet. Der eigentliche Vorgang dauert nur wenige Minuten, es wird eine sehr feine Nadel verwendet, und eine Betäubung ist üblicherweise nicht nötig.

Entscheidend ist die Lage der Punkte. Sie müssen hoch und seitlich über dem knöchernen Anteil des Nasenrückens liegen und oberflächlich gesetzt werden. Wandert der Injektionspunkt nach unten in Richtung Wange oder wird zu tief injiziert, gelangt der Wirkstoff in den Musculus levator labii superioris, und genau daraus entsteht die relevante Komplikation dieser Behandlung. Aus demselben Grund werden hier bewusst kleine Volumina verwendet, weil größere Flüssigkeitsmengen weiter im Gewebe verteilen.

Nach der Behandlung sollten Sie für einige Stunden nicht auf der Stelle reiben, nicht massieren und den Kopf für den Rest des Tages aufrecht halten. Sport, Sauna und Alkohol werden für vierundzwanzig Stunden ausgesetzt. Wer eine Brille trägt, sollte darauf achten, dass die Stege nicht dauerhaft auf frisch behandelte Punkte drücken.

Was die Behandlung leistet und wo ihre Grenze liegt

Bei dynamischen Bunny Lines, die nur in Bewegung erscheinen, ist das Ergebnis gut vorhersehbar. Die Bewegung wird weicher, die Linien treten beim Lachen weniger hervor, das Naserümpfen bleibt möglich, ist aber weniger ausgeprägt. Der erste Effekt setzt nach einigen Tagen ein, das endgültige Bild steht nach etwa zwei Wochen. Wann Botulinumtoxin wirkt und was den Unterschied macht, ist im Beitrag zur Wirkung von Botulinumtoxin genauer erklärt.

Bei eingegrabenen Linien im Ruhezustand sieht es anders aus, und hier gehört Ehrlichkeit vor die Behandlung. Wenn die Falte auch im entspannten Gesicht sichtbar bleibt, liegt bereits eine strukturelle Veränderung der Haut vor. Botulinumtoxin nimmt dann die Bewegung heraus, die die Falte weiter vertieft, glättet aber die vorhandene Linie allenfalls teilweise. Der Nutzen liegt eher darin, dass sich die Falte über die Zeit nicht weiter eingräbt, als darin, dass sie verschwindet.

Die Wirkung hält typischerweise drei bis vier Monate. Das ist etwas kürzer als in kräftigeren Regionen, weil hier mit sehr kleinen Mengen gearbeitet wird und der Muskel bei jeder Alltagsmimik beteiligt ist. Danach kehrt die Bewegung schrittweise zurück, und die Behandlung kann wiederholt werden.

Was die Behandlung kostet, hängt vom Aufwand ab, also davon, ob nur die Nasenrückenfältchen behandelt werden oder ob sie im Rahmen einer Behandlung der oberen Gesichtshälfte mitversorgt werden. In Kombination fällt der zusätzliche Aufwand gering aus, weil ohnehin dieselbe Vorbereitung nötig ist. Eine Übersicht finden Sie unter Preise.

Risiken und Nebenwirkungen

Das wichtigste Risiko dieser Behandlung ist die Diffusion des Wirkstoffs in den Musculus levator labii superioris. Dieser Muskel hebt die Oberlippe, und wird er ungewollt mitgeschwächt, verändert sich das Lächeln. Die Oberlippe hebt sich auf einer Seite schlechter, das Lächeln wirkt asymmetrisch oder hängend, und in stärkerer Ausprägung fällt das beim Sprechen und beim Zähneputzen auf. Diese Störung bildet sich vollständig zurück, aber sie dauert dabei ebenso lange wie die erwünschte Wirkung, also mehrere Wochen bis Monate.

Genau deshalb liegen die Injektionspunkte hoch und seitlich über dem Knochen und nicht tief in Richtung Wange, und deshalb wird mit kleinen Mengen gearbeitet. Eine gute Anatomiekenntnis und eine zurückhaltende Dosierung senken dieses Risiko deutlich, sie beseitigen es nicht. Wer eine ausgeprägte Asymmetrie der Mundpartie bereits mitbringt, sollte darauf vor der Behandlung hinweisen, damit sie dokumentiert wird.

Dazu kommen die allgemeinen Nebenwirkungen jeder Injektion im Gesicht. Rötung, Schwellung und Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle sind häufig und klingen innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ab. Blutergüsse sind an der Nase gut möglich, weil die Haut dort dünn ist und darunter kleine Gefäße verlaufen. Kopfschmerzen in den ersten Tagen kommen vor, ebenso ein vorübergehendes Spannungsgefühl. Selten sind allergische Reaktionen auf Bestandteile der Zubereitung, sehr selten eine Infektion an der Einstichstelle.

Nicht behandelt wird in Schwangerschaft und Stillzeit, bei einer Infektion oder Entzündung im Behandlungsgebiet, bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei neuromuskulären Erkrankungen wie Myasthenia gravis oder dem Lambert-Eaton-Syndrom und bei einer relevanten Gerinnungsstörung. Blutverdünnende Medikamente, bestimmte Antibiotika und Nahrungsergänzungsmittel müssen genannt werden, weil sie Blutergüsse oder die Wirkung beeinflussen können. Wie sich Risiken generell senken lassen, steht im Beitrag zu Nebenwirkungen von Botulinumtoxin.

Wann wir davon abraten

Es gibt Konstellationen, in denen wir eine Behandlung der Bunny Lines nicht durchführen. Dazu gehören die genannten medizinischen Ausschlussgründe, also Schwangerschaft und Stillzeit, neuromuskuläre Erkrankungen, eine akute Entzündung oder Hauterkrankung im Bereich des Nasenrückens, eine bekannte Unverträglichkeit und eine unbehandelte Gerinnungsstörung. Zurückhaltend sind wir auch, wenn bereits eine auffällige Asymmetrie der Oberlippe vorliegt, weil eine ungünstige Diffusion diese verstärken würde.

Der zweite Fall ist der häufigere und hat nichts mit Kontraindikationen zu tun. Bunny Lines sind ein sehr kleines Thema. Bei vielen Menschen sind sie ausschließlich in starker Mimik zu sehen, im normalen Gespräch und auf den meisten Fotos gar nicht, und dann gibt es keinen Behandlungsbedarf. Wenn Sie die Linien nur auf einem einzigen Bild aus ungünstigem Winkel entdeckt haben, ist die sinnvolle Empfehlung, nichts zu tun.

Ebenso raten wir ab, wenn eine tief eingegrabene Linie im Ruhezustand vorliegt und die Erwartung dahin geht, dass sie durch die Injektion verschwindet. Botulinumtoxin allein leistet das nicht, und wer es trotzdem versucht, gibt Geld für ein Ergebnis aus, das die eigentliche Enttäuschung nicht auflöst. In solchen Fällen ist es sinnvoller, zunächst über die Hautqualität zu sprechen oder die Behandlung ganz zu lassen.

Zurückhaltung ist schließlich angebracht, wenn der Wunsch aus einer allgemeinen Unzufriedenheit mit dem eigenen Gesicht entsteht und die Nasenrückenfältchen nur der Anlass sind, mit dem sich das Gespräch beginnen lässt. Eine sehr kleine Behandlung wird an einem großen Unbehagen nichts ändern. Das ist kein Ausschlussgrund, aber ein guter Grund, im Gespräch zuerst zu klären, worum es eigentlich geht.

Fazit

Bunny Lines sind ein kleines Thema mit einer überraschend nützlichen Hintergrundgeschichte. Sie entstehen durch den Musculus nasalis, sie lassen sich mit sehr geringen Mengen Botulinumtoxin an wenigen oberflächlichen Punkten abschwächen, und sie tauchen bei einem Teil der Behandelten erst dann auf, wenn die Zornesfalte zwischen den Brauen bereits ruhiggestellt ist. Diese Verschiebung ist kein Fehler, sondern die Folge davon, dass mimische Muskeln zusammenarbeiten.

Daraus folgt zweierlei. Erstens lohnt es sich, das Gesicht als Ganzes zu betrachten statt einzelne Linien nacheinander abzuarbeiten, weil jede Behandlung die Kräfteverteilung der Nachbarmuskeln verändert. Zweitens gilt bei den Nasenrückenfältchen besonders deutlich, was für die gesamte ästhetische Medizin gilt: Nicht alles, was auf einem Foto auffällt, muss behandelt werden. Ein Teil der Menschen, die deswegen zu uns nach Hannover kommen, geht mit der Auskunft wieder, dass hier nichts zu tun ist.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Fältchen in Bewegung entstehen oder bereits im Ruhezustand stehen, lässt sich das in wenigen Minuten klären, und die Antwort entscheidet über alles Weitere. Über Kontakt können Sie ein Beratungsgespräch vereinbaren, in dem auch die Möglichkeit besprochen wird, dass die sinnvollste Empfehlung lautet, es dabei zu belassen.

Die Muskulatur der Nase lässt sich noch an einer zweiten Stelle gezielt behandeln: Zieht ein kleiner Muskel an der Nasenbasis die Nasenspitze beim Sprechen oder Lächeln nach unten, lässt sich dieser Zug mit einer geringen Dosis Botulinumtoxin abschwächen. Wo die Grenze zur Unterspritzung mit Hyaluronsäure liegt, beschreibt der Beitrag Nasenspitze anheben ohne OP — was mit Botulinumtoxin und Hyaluronsäure möglich ist.

Prof. Dr. Mohamed Omar, Chiq Aesthetics, Karmarschstraße 33–35, 30159 Hannover

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt kein ärztliches Beratungsgespräch. Ob eine Behandlung im Einzelfall geeignet ist, lässt sich nur nach persönlicher Untersuchung beurteilen.


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