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Rosacea behandeln: welche Form vorliegt und was die Haut beruhigt

Autorenbild: Prof. Dr. Mohamed Omar
Prof. Dr. Mohamed Omar
vor 1 Tag
8 Min. Lesezeit

Rötungen auf Wangen, Nase und Stirn, die kommen und gehen, ein Brennen nach dem Glas Wein oder dem heißen Tee, später kleine sichtbare Äderchen und manchmal Pickel, die keine Akne sind: So beginnt bei vielen Menschen eine Rosacea. Wer Rosacea behandeln möchte, stößt schnell auf eine Fülle von Cremes, Hausmitteln und Versprechen. Hilfreicher ist es, zuerst zu verstehen, welche Form vorliegt, denn davon hängt ab, was tatsächlich wirkt.

Dieser Beitrag erklärt, was Rosacea ist, welche Auslöser bekannt sind und welche Behandlungen sich bewährt haben. Er beschreibt auch, welche Rolle ästhetische Behandlungen spielen können, wo sie schaden, und warum bei Rosacea die Reihenfolge entscheidend ist: erst die Entzündung beruhigen, dann über alles Weitere sprechen.

Was ist Rosacea?

Rosacea ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die vor allem die Mitte des Gesichts betrifft. Sie beginnt meist zwischen dem dreißigsten und fünfzigsten Lebensjahr und verläuft in Schüben. Phasen mit deutlicher Rötung und Entzündung wechseln sich mit ruhigeren Phasen ab. Frauen sind häufiger betroffen, Männer haben dafür häufiger ausgeprägte Verläufe mit Gewebeverdickung an der Nase.

Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Man weiß, dass mehrere Faktoren zusammenwirken: eine Überempfindlichkeit der kleinen Blutgefäße im Gesicht, eine veränderte Reaktion des angeborenen Immunsystems der Haut, eine gestörte Hautbarriere und eine erhöhte Zahl von Haarbalgmilben, die auf jeder Haut leben. Auch eine erbliche Veranlagung spielt eine Rolle.

Wichtig für Betroffene ist eine Einordnung, die oft Erleichterung bringt: Rosacea hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun und ist nicht ansteckend. Sie ist auch keine Form von Akne, auch wenn einzelne Pickel ähnlich aussehen können. Mitesser, wie sie für Akne typisch sind, fehlen bei Rosacea.

Rosacea ist nach heutigem Wissen nicht heilbar, aber gut behandelbar. Das Ziel ist, Schübe zu verringern, Entzündung und Rötung zu kontrollieren und Folgeschäden wie dauerhaft erweiterte Äderchen oder Gewebeverdickungen zu vermeiden.

Die Diagnose stellt in der Regel der Hautarzt anhand des typischen Bildes und des Verlaufs. Eine Blutuntersuchung oder Gewebeprobe ist meist nicht nötig. Abzugrenzen sind andere Ursachen für Gesichtsrötung, etwa eine Kontaktallergie, ein seborrhoisches Ekzem, eine durch Kortisoncremes ausgelöste Hautentzündung oder seltener eine Autoimmunerkrankung. Gerade eine länger aufgetragene Kortisoncreme kann ein Bild hervorrufen, das der Rosacea sehr ähnlich sieht und beim Absetzen zunächst schlechter wird. Auch deshalb lohnt sich eine fachärztliche Einschätzung, bevor man auf eigene Faust Mittel ausprobiert.

Welche Formen gibt es?

Die erythematös-teleangiektatische Form zeigt sich vor allem durch anhaltende Rötung und anfallsartiges Erröten, den sogenannten Flush. Im Verlauf können feine, erweiterte Äderchen sichtbar werden, die nicht mehr von selbst verschwinden. Die Haut ist oft empfindlich, brennt oder spannt.

Die papulopustulöse Form ist durch entzündliche Knötchen und Pusteln auf geröteter Haut gekennzeichnet. Sie wird am häufigsten mit Akne verwechselt und deshalb mitunter falsch behandelt, etwa mit stark austrocknenden Produkten, die die Haut zusätzlich reizen.

Die phymatöse Form ist seltener und betrifft vor allem Männer. Dabei verdickt sich das Bindegewebe, am häufigsten an der Nase. Diese Veränderungen bilden sich ohne Behandlung nicht zurück und lassen sich mit Cremes allein nicht verbessern.

Die okuläre Rosacea betrifft die Augen. Typisch sind trockene, gerötete, brennende Augen, ein Fremdkörpergefühl und entzündete Lidränder. Sie kann zusammen mit der Hautform oder allein auftreten und gehört in augenärztliche Behandlung. Viele Menschen haben Merkmale mehrerer Formen gleichzeitig, und die Ausprägung kann sich im Laufe der Jahre verändern.

Für die Behandlung ist diese Unterscheidung keine Formalie. Gegen anhaltende Rötung helfen andere Mittel als gegen entzündliche Pusteln, und eine Gewebeverdickung braucht wieder einen anderen Ansatz. Wer alles mit derselben Creme behandelt, ist oft enttäuscht, weil ein Teil der Beschwerden unverändert bleibt. Eine gute Behandlung beginnt deshalb damit, für jedes Merkmal einzeln zu klären, was es braucht.

Was löst einen Schub aus?

Bei vielen Betroffenen lassen sich bestimmte Auslöser erkennen, die eine Rötung oder einen Schub verstärken. Zu den häufigsten gehören UV-Strahlung, Hitze und starke Temperaturwechsel, heiße Getränke, scharfe Speisen, Alkohol, körperliche Anstrengung und emotionaler Stress. Auch manche Kosmetika, Peelings und alkoholhaltige Gesichtswasser können die Haut reizen.

Die Auslöser sind individuell sehr verschieden. Was bei einer Person einen deutlichen Schub auslöst, macht einer anderen nichts aus. Hilfreich ist deshalb ein einfaches Tagebuch über einige Wochen, in dem Sie notieren, wann die Haut sich verschlechtert und was in den Stunden davor geschehen ist. So werden Muster sichtbar, die sich gezielt vermeiden lassen.

Eine allgemeine Ernährungsumstellung als Behandlung der Rosacea ist wissenschaftlich nicht belegt. Es gibt keine Diät, die die Erkrankung heilt. Sinnvoll ist es aber, die eigenen, klar erkennbaren Auslöser zu meiden. Wenn ein Glas Rotwein zuverlässig zu einem Flush führt, ist das ein besserer Hinweis als jede allgemeine Liste.

Gerade in der kalten Jahreszeit berichten viele Betroffene von einer Verschlechterung. Der Wechsel zwischen kalter Außenluft und warmer Heizungsluft belastet die Gefäße, trockene Luft schwächt die Hautbarriere zusätzlich. Ein Schal vor dem Gesicht bei starkem Wind, eine reichhaltigere, aber gut verträgliche Pflege und nicht zu heißes Duschen können hier spürbar helfen.

Der wichtigste und am besten belegte Schutzfaktor ist konsequenter Sonnenschutz. UV-Strahlung verstärkt die Entzündung und fördert die Gefäßerweiterung. Ein mineralischer oder gut verträglicher Sonnenschutz gehört deshalb bei Rosacea das ganze Jahr über zur täglichen Pflege.

Rosacea behandeln: was hat sich bewährt?

Die Grundlage jeder Behandlung ist eine schonende Hautpflege. Milde Reinigung mit lauwarmem Wasser, keine reibenden Peelings, keine alkoholhaltigen oder stark parfümierten Produkte und eine Pflege, die die Hautbarriere stärkt. Das klingt banal, ist aber oft der Unterschied zwischen einer Haut, die ständig gereizt ist, und einer, die zur Ruhe kommt.

Bei entzündlichen Formen verordnet der Hautarzt in der Regel Wirkstoffe zum Auftragen. Bewährt haben sich unter anderem Azelainsäure, Metronidazol und Ivermectin, das gezielt gegen die Haarbalgmilben wirkt. Gegen die anhaltende Rötung gibt es gefäßverengende Wirkstoffe zum Auftragen, deren Effekt allerdings nur einige Stunden anhält. Bei ausgeprägten Verläufen kommen Tabletten hinzu, etwa niedrig dosierte Antibiotika mit entzündungshemmender Wirkung. Alle diese Präparate sind verschreibungspflichtig und gehören in ärztliche Hand.

Wer Rosacea behandeln will, braucht vor allem Geduld. Bis eine Creme ihre volle Wirkung zeigt, vergehen oft sechs bis zwölf Wochen. Danach geht es darum, den erreichten Zustand mit einer Erhaltungstherapie zu stabilisieren. Ein Absetzen nach den ersten guten Wochen führt häufig zu einem erneuten Schub.

Bei der Wahl der Pflegeprodukte gilt: weniger ist mehr. Je weniger Inhaltsstoffe ein Produkt enthält, desto geringer ist das Risiko einer Reizung. Neue Produkte sollten Sie zunächst an einer kleinen Stelle testen, etwa am Kieferwinkel, bevor Sie sie im ganzen Gesicht verwenden. Grüne Farbkorrektur im Make-up kann die Rötung im Alltag optisch abschwächen, ohne die Haut zu belasten. Das ist keine Behandlung, nimmt vielen Betroffenen aber den Druck in Situationen, in denen die Rötung als unangenehm empfunden wird.

Diese medikamentöse Behandlung ist Aufgabe der Dermatologie. Sie steht immer am Anfang. Ästhetische Verfahren kommen, wenn überhaupt, erst danach in Betracht.

Was hilft gegen die sichtbaren Äderchen?

Erweiterte Äderchen, medizinisch Teleangiektasien, lassen sich mit Cremes nicht zurückbilden. Sie sind eine dauerhafte strukturelle Veränderung der Gefäße. Hier haben sich gefäßspezifische Laser und die Behandlung mit intensiv gepulstem Licht etabliert, die in dermatologischen Praxen angeboten werden. Das Licht wird vom roten Blutfarbstoff aufgenommen und verschließt die erweiterten Gefäße.

Meist sind mehrere Sitzungen nötig. Danach ist die Rötung oft deutlich geringer, neue Äderchen können sich aber im Laufe der Zeit wieder bilden, weil die zugrunde liegende Neigung bestehen bleibt. Gelegentliche Auffrischungen sind deshalb üblich. Bei gebräunter oder dunklerer Haut ist besondere Vorsicht nötig, weil das Risiko für Pigmentveränderungen steigt.

Nach einer solchen Behandlung ist die Haut für einige Tage gerötet und geschwollen, gelegentlich bilden sich kleine Blutergüsse oder Krusten. Konsequenter Sonnenschutz ist danach besonders wichtig. Wer diese Ausfallzeit nicht einplanen kann, sollte die Behandlung in eine ruhigere Phase legen.

Auch die Gewebeverdickung an der Nase lässt sich nur mit abtragenden Verfahren wie Laser oder chirurgischen Techniken behandeln. Wichtig ist, dass solche Eingriffe in einer Phase erfolgen, in der die Entzündung gut kontrolliert ist.

Davon abzugrenzen sind andere Ursachen für Rötung und Flecken im Gesicht. Pigmentstörungen etwa folgen ganz anderen Regeln, wie unser Beitrag zu Pigmentflecken im Gesicht erklärt.

Welche Rolle spielen ästhetische Behandlungen?

Viele Menschen mit Rosacea wünschen sich zusätzlich eine Verbesserung der Hautqualität oder eine Behandlung von Falten und Volumenverlust. Das ist grundsätzlich möglich, verlangt aber besondere Sorgfalt. Die Haut bei Rosacea reagiert empfindlicher auf mechanische Reize, Hitze und Entzündung.

Verfahren, die die Haut bewusst verletzen, um eine Reparatur anzustoßen, sind in einer aktiven Phase ungeeignet. Dazu gehört das Microneedling, das einen Schub auslösen oder verstärken kann. In einer stabilen, gut eingestellten Phase lässt es sich im Einzelfall vorsichtig einsetzen, das muss aber individuell entschieden werden. Ähnliches gilt für chemische Peelings.

Injektionen von Hyaluronsäure zur Behandlung von Volumen oder Falten sind bei gut kontrollierter Rosacea in der Regel möglich. Die Haut sollte zum Zeitpunkt der Behandlung ruhig sein. Ob Skinbooster mit nicht vernetzter Hyaluronsäure bei Rosacea-Haut die Barriere unterstützen, ist plausibel, aber nur in kleinen Studien untersucht.

Für Botulinumtoxin gibt es Untersuchungen, in denen sehr kleine, oberflächlich gesetzte Mengen den Flush und die Rötung verringert haben. Die Studien sind klein, die Methode ist nicht zugelassen für diese Anwendung und gehört nicht zur Standardbehandlung. Wer davon hört, sollte wissen, dass die Studienlage noch offen ist.

Entscheidend ist bei allen Verfahren der Zeitpunkt. Eine ästhetische Behandlung sollte nicht in einen Schub fallen und auch nicht unmittelbar vor einer Phase, in der erfahrungsgemäß Schübe auftreten, etwa vor einem Urlaub in der Sonne. Wer Rosacea hat, sollte das in jeder Beratung von sich aus ansprechen, auch wenn die Haut gerade ruhig ist. Nur so lässt sich die Behandlung entsprechend anpassen.

Wann wir davon abraten

Bei aktiver, unbehandelter Rosacea raten wir von allen ästhetischen Behandlungen im Gesicht ab. Zuerst muss die Entzündung beruhigt werden, und das ist Aufgabe des Hautarztes. Wer mit geröteter, entzündeter Haut zu einer Injektions- oder Needling-Behandlung kommt, riskiert einen Schub, Infektionen und ein schlechteres Ergebnis.

Bei okulärer Rosacea mit Augenbeschwerden steht die augenärztliche Abklärung im Vordergrund, nicht eine Behandlung der Haut. Unbehandelt kann die Entzündung am Auge Folgeschäden verursachen.

Abraten müssen wir auch, wenn die Erwartung lautet, eine ästhetische Behandlung könne die Rosacea selbst heilen. Das kann sie nicht. Skinbooster, Injektionen oder Mikroverfahren ersetzen keine dermatologische Therapie. Wer das hofft, gibt Geld für etwas aus, das am Kern des Problems vorbeigeht.

Es gelten außerdem die üblichen Gründe gegen eine Injektionsbehandlung: Schwangerschaft und Stillzeit, akute Infektionen im Behandlungsgebiet, eine ausgeprägte Neigung zu Keloiden, Gerinnungsstörungen oder blutverdünnende Medikamente sowie bekannte Unverträglichkeiten gegenüber den verwendeten Substanzen.

Rosacea behandeln lassen: wie geht es nach der Diagnose weiter?

Steht die Diagnose fest und ist die Entzündung unter Kontrolle, lohnt sich ein ruhiger Blick auf das Gesamtbild. Viele Betroffene merken erst dann, dass sie neben der Rötung auch andere Veränderungen stören, etwa feine Linien, ein fahler Teint oder Volumenverlust. Diese Themen lassen sich dann getrennt betrachten, wie es unser Beitrag zum Hautbild beschreibt.

In einer Beratung bei uns in Hannover klären wir zunächst, ob die Rosacea dermatologisch eingestellt ist und welche Mittel Sie verwenden. Erst danach besprechen wir, ob und welche ästhetische Behandlung sinnvoll ist, mit welchem Abstand zu einem Schub und mit welchen Vorsichtsmaßnahmen. Manchmal ist die ehrlichste Empfehlung, zunächst nichts zu tun und der Haut Zeit zu geben.

Hilfreich ist es, zu diesem Gespräch eine Liste Ihrer Pflegeprodukte und Medikamente mitzubringen und, wenn vorhanden, Fotos aus einem Schub. So lässt sich besser einschätzen, wie Ihre Haut reagiert.

Fazit

Rosacea behandeln heißt in erster Linie, eine chronische Entzündung dauerhaft unter Kontrolle zu bringen. Das gelingt mit schonender Pflege, konsequentem Sonnenschutz, dem Meiden persönlicher Auslöser und einer dermatologischen Therapie, die Geduld verlangt. Für sichtbare Äderchen und Gewebeverdickungen gibt es gezielte Verfahren, die Cremes nicht ersetzen können.

Ästhetische Behandlungen sind bei Rosacea kein Tabu, aber sie kommen an zweiter Stelle und nur auf ruhiger Haut. Wer diese Reihenfolge einhält, vermeidet Rückschläge. Wenn Sie klären möchten, ob bei Ihnen eine Behandlung sinnvoll ist, finden Sie den Weg zu uns über die Kontaktseite.

Prof. Dr. Mohamed Omar, Chiq Aesthetics, Karmarschstraße 33–35, 30159 Hannover

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt kein ärztliches Beratungsgespräch. Ob eine Behandlung im Einzelfall geeignet ist, lässt sich nur nach persönlicher Untersuchung beurteilen.


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